ausraster

Der Ausraster auf offener Straße – und was es mir wirklich bringt zu motzen

Es ist 8:15 Uhr, saukalt draußen. Immerhin ist es ja kurz vor Weihnachten und die Temperaturen nähern sich den erwarteten. Wir sitzen dick eingepackt auf dem Fahrrad, mein kleiner Sohn und ich. Ich radl mit ihm zu seiner Tagesmutter und auf dem Rückweg passiert es.  An einer Kreuzung schneidet mich ein Taxi. Ich hatte grün! Als der Wagen schließlich fast mein Vorderrad eindrückt, platzt mir der Kragen.

Ich fange wie wild an zu schimpfen. Und dann trampel ich noch wilder mit meinem rechten Fuß auf den Wagen ein. Er reagiert überhaupt nicht, sondern schlängelt sich stur an mir vorbei. Was bleibt? Ich trampel weiter. Jetzt auf die Stoßstange. Dabei nutze ich jetzt auch noch meine Hände und prügel und trampel vor mich hin. Dabei schreie ich aus vollem Halse meine Wut raus. Der Wagen gleitet an mir vorbei, bahnt sich seinen Weg und schließlich verschwindet er in der Blechkolonne. Ein paar mitleidige Blicke treffen mich. “Geht es Ihnen gut?”-Fragen dringen wie durch Watte in meinen wütenden Gemütszustand vor.

 

Wenn es vorbei ist

Doch so richtig höre ich noch immer nichts. Meine Ohren rauschen vor Wut, mein Herz pocht und scheinbar brülle ich immer noch…

Ok, ok. Das war alles erfunden. Weder wurde ich angefahren, noch bin ich ausgerastet. Ehrlich gesagt, kann ich das gar nicht so gut.

Und jetzt folgt das nächste Geständnis. Die Dezember-Serie “Let’s rant!” klang für mich sehr verlockend. Endlich mal motzen und alles rauslassen. Nicht nachdenken, nur schimpfen, was das Zeug hält. Bäm! … und dann?

Der fahle Nachgeschmack der Knoblauchsoße, äh, des Motzens

Und beim zweiten Artikel habe ich dann gemerkt, dass das gar nicht so einfach war, undifferenziert drauflos zu motzen. Das ist irgendwie wie Knoblauchsoße essen. Zu viel davon. Und dann am nächsten Morgen hat man ihn, diesen Pelz im Mund. Wie in der Ausraster-Geschichte vom Anfang. Man bleibt irgendwie wie betäubt stehen und hat im Außen nix verändert. Das Taxi fährt einfach weiter.

An Zorn festhalten ist wie Gift trinken und erwarten, dass der Andere dadurch stirbt.

Buddha

Ja, so ist es leider. Wut bringt in den seltensten Fällen eine Veränderung des Außen mit sich, sondern vergiftet das Innen.

Have yorself a merry little Christmas!

In dem Sinne wünsche ich Dir weniger Ärger und Wut im kommenden Jahr. Beschließe das Jahr mit deinen Lieben um dich herum und starte gut in das neue.

Weihnachten und die Festtage sind für mich herrliche Familien- oder Freundetage. Eine Kette von Sonntagen, an denen man Jogginghose tragen kann und das tut, was allen Spaß macht. Ich packe jetzt meinen Koffer und mache mich auf zur Familie. In diesem Sinne …

Enjoy!

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