Leichtigkeit

Leichtigkeit – Leicht wie eine Feder?

… oder warum Leichtigkeit nichts mit Gewicht zu tun hat, aber trotzdem wichtig ist.

Nimm’s leicht! Das ist ein Rat, den wir hören, wenn wir mal wieder zu verbissen sind. Oder traurig. Die Dinge fühlen sich dann meisten gar nicht leicht an, sondern schwer und tragisch. Ist es Zufall, dass tragen und tragisch den gleichen Wortstamm haben? Man trägt ja auch an einem Schicksal – meist ist das dann tragisch.

Eine Leichtigkeit empfinden wir bei schönen Dingen. Ein Tag am Meer ist für mich der Inbegriff der Leichtigkeit. Natürlich sollte es grad nicht stürmisch sein und die Wellen auch nicht so hoch. Man schwingt durch den Tag wie eine Feder im Wind.

Etwas mit Leichtigkeit zu erledigen, nimmt dem Ergebnis, der Leistung oft den Wert. Mit Leichtigkeit, so nebenher erledigt. Kann ja nix dolles gewesen sein. Und genau das meine ich nicht, wenn ich von Leichtigkeit spreche und schreibe.

Relative Leichtigkeit

Die Leichtigkeit, die ich wichtig finde, hat ganz viel mit Relativität zu tun. Damit, wie die Gegebenheiten bewertet werden. Eine Leichtigkeit, wie sie erreicht werden sollte, um Leistung noch besser zu machen, hat viele Faktoren.

Priorisierung zum Beispiel. Sehe ich etwas als nicht so wichtig an, wird es gleich weniger belastend, macht weniger schwer. Und Dinge, die ganz wichtig sind, werden leichter, wenn ich sie gut kann. Fähigkeiten, je nach Aufgabe, beeinflussen also die Leichtigkeit des Seins.

Leicht sein bedeutet, sich und die Welt auch mal sein zu lassen. Eine ziemlich gute (Negativ-) Beschreibung von der Leichtigkeit, die ich meine liefert Ulrike Bergmann in Ihrem Blog in Ihrem Mutmacher-Magazin. Sie beschreibt 7 Irrtümer über Leichtigkeit und fasst damit zusammen, was es nicht ist und gibt dem Begriff der Leichtigkeit eine Kontur.

Meine Leichtigkeit entsteht vor allem über diese drei Punkte

  1. Nicht bewerten, sondern beobachten! (Danke an Christiane!)
    Hier schalte ich etwas aus, was uns alle täglich begleitet. Wir nehmen unsere Welt wahr und bewerten das Geschehene automatisch mit unseren Werten, Normen und Erfahrungen. Dabei lassen wir außer Acht, dass andere, die Welt anders sehen. Deswegen kommt es oft zu Missverständnissen und vor allem grübelt man unendlich viel. „Wie war das gemeint?“, „Was wird von mir erwartet?“ oder schlichtweg „Ist der denn doof?“ Wollen wir es wirklich wissen, hilft nur nachfragen. Und im ersten Schritt hilft beobachten – ganz wertfrei.
  2. Es nicht (zu) persönlich nehmen!
    Mit diesem Punkt, so meine Beobachtung tun sich zu viele sehr schwer. Und jetzt wird es hart für die Prinzen und Prinzessinnen unter Euch: Die Welt dreht sich nicht um Euch! Ehrlich nicht!. Und das meiste, was passiert, hat erstmal nichts mit Euch zu tun. Wenn man das verinnerlicht hat, fällt es leichter, Dinge leicht zu nehmen. Betreffen sie mich nicht, habe ich auch keinen Grund betroffen zu sein.
  3. Heute ist ein Tag!
    Dieser Punkt hat viel damit zu tun, im Hier und Jetzt zu bleiben. Das klingt esoterisch, ist es auch ein bisschen. Es hilft trotzdem! Heute kann ich nur tun, was ich heute erledigen kann. Im Grundsatz geistert dieser Gedanke schon seit der Abitur-Zeit in mir herum.Damals haben wir sehr viel Gefallen an dem Prediger-Text aus der Bibel: Prediger 3, 14
    Hier heißt es unter anderem:

Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde:

geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit; pflanzen hat seine Zeit, ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit;

töten hat seine Zeit, heilen hat seine Zeit; abbrechen hat seine Zeit, bauen hat seine Zeit;

weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit; klagen hat seine Zeit, tanzen hat seine Zeit;

Steine wegwerfen hat seine Zeit, Steine sammeln hat seine Zeit; herzen hat seine Zeit, aufhören zu herzen hat seine Zeit;

suchen hat seine Zeit, verlieren hat seine Zeit; behalten hat seine Zeit, wegwerfen hat seine Zeit;

zerreißen hat seine Zeit, zunähen hat seine Zeit; schweigen hat seine Zeit, reden hat seine Zeit;

lieben hat seine Zeit, hassen hat seine Zeit; Streit hat seine Zeit, Friede hat seine Zeit.

Und wer Bibelstellen nicht so mag, für den haben es die Puhdys in „Wenn ein Mensch“ auch in einen Popsong verpackt!

Dies ist also meine Leichtigkeit. Und für dich? Wann fühlst du dich leicht?

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