Mut

Wieso Mut am Anfang steht

Denke ich an Mut, denke ich sofort an Helden und Drachen, an große Krieger und aussichtslose Schlachten. Doch gibt es Mut nicht auch kleiner? In überschaubaren Dosen jeden Tag? Ich meine schon. Ohne es wahrzunehmen, treffen wir jeden Tag unendlich viele Entscheidungen. Rund 20.000 sind es täglich. Das reicht von, welche Hose ziehe ich an über welchen Bus nehme ich zur Arbeit bis hinzu, welche Projekte haben heute Priorität. Diese zu treffen, erfordert auch Mut – mal mehr, mal weniger.

Am meisten Mut erfordert es, aus seinen Routinen auszubrechen. Friedrich Hebbel, ein Dramatiker und Lyriker aus dem 19. Jahrhundert, drückt es so aus:

„Es gehört oft mehr Mut dazu, seine Meinung zu ändern, als ihr treu zu bleiben.“

Wir müssen uns dann etwas zutrauen, wenn das Ergebnis unseres Handelns nicht zu 100 Prozent einzuschätzen ist. Und wann – sind wir mal ehrlich – ist das schon so? Mein eigenes Handeln kann ich weitestgehend kontrollieren und somit negative Folgen eindämmen. Aber nur selten handeln wir isoliert. Weitere Faktoren sind betroffen von unserem Handeln: zum Bespiel Kollegen und der Chef, Prozesse oder Pläne, das Produkt, das ich erstelle oder die Dienstleistung, der Kunde.

Wir alle sind Gewohnheitstiere. Daniel Kahnemann, Psychologe und Autor von „Thinking, Fast and Slow“ geht sogar soweit, dass er sagt, die Faulheit sei tief in unserer Natur verwurzelt. Damit meint er auch die Faulheit, sich zu verändern. Denn Neues zu tun, erfordert Anstrengung. Veränderungen bedeuten meist nicht nur Neuem zu begegnen, sondern auch Neues zu tun, anders zu handeln oder eben anders zu arbeiten.

Neues zu tun erfordert Mut

 … sich mit dem eigenen inneren Schweinehund auseinander zu setzen und dagegen zu halten.

… sich den Freunden, Kollegen und Chefs dieser Welt konfrontiert zu sehen.

… noch nicht Dagewesenes mit all seinen Auswirkungen zu riskieren.

Wenn wir nun daran denken, Anders Arbeiten zu wollen, wird schnell klar, dies erfordert eine Menge Mut. Denn wir wissen nicht, wie das nun sein wird. Und zwar wissen wir weder, was es mit uns macht, noch wie unsere Umwelt darauf reagiert. Da hilft nur eins: Machen! Sich dafür entscheiden und ins Handeln kommen.

Als ich den Artikel geplant habe, habe ich mich für das Ende zwei Zitat rausgesucht und dachte, es würde sich schon ergeben, welches der beiden, besser passt. Tatsächlich aber finde ich beide noch so passen, sie euch nicht vorenthalten zu wollen.

„Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.“ Immanuel Kant, Philosoph und einer der wichtigsten Aufklärer aus dem 18. Jahrhundert

Und

„Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende.“
Demokrit, Antiker griechischer Philosoph und Vorsokratiker

Beide Aussagen halte ich für sehr wichtig, denn zunächst, halte ich es mit Kant. Selbst zu denken und diese Erkenntnisse wie auch immer zu nutzen, ist ein mutiger Akt. Mutiger als zu folgen. Und handele ich selbst bestimmt, auf Basis meiner Werte, Prinzipien und Regeln, gehe ich mutig in Richtung meines Glückes. So wie Demokrit es beschreibt.

Was denkt Ihr? Ist euch Mut wichtig? Was war Eure mutigste Entscheidung? Und hat sie Euch glücklich gemacht?

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