perfektionismus

Genug ist genug – warum Perfektionismus nicht muss

Das Monatsthema im November dreht sich um das, was uns bestimmt. Das, was uns in unsere Schranken weist, das, was uns antreibt. Ganz sicher ist Perfektionismus eine Facette davon. Perfektionismus. Schon dieser Klang. Was löst es in dir aus? Hör noch mal hin: Perfektionismus. Es klingt nach edler Vollendung. Zierborten und blitzeblanken Chromdetails.

Aber gleichzeitig klingt es auch nach einem engen Korsett. Denn plötzlich scheinen nicht perfekte Dinge ungenügend, wenig erstrebenswert. Aber ist das so? Sind nicht perfekte Dinge nicht auch manchmal schön? Ist Perfektionismus überhaupt erstrebenswert?

Worte die auf -ismus enden beschreiben oft eine Einstellung, eine Geisteshaltung und grenzen dadurch ab. Perfektionismus ist also das Streben nach Perfektion und grenzt alles nicht perfekte aus und ab. Psychologisch betrachtet spricht man sogar von einem übertriebenen Streben nach Perfektion. Daraus folgt logisch, dass es nicht gesund ist. Denn allzuviel ist ungesund.

Gut genug statt perfekt

Hat man sich einmal ernsthaft mit dem Pareto-Prinzip beschäftigt hat und dazu noch ein Anhänger von Effizienz ist, kann es mit dem Perfektionismus nicht mehr so ernst meinen. Pareto besagt in meiner Sprache, dass mit 20 Prozent der Leistung 80% des Ergebnisses erreicht werden. 80% der Leistung werden dann für die übrigen 20% benötigt. Es geht auch noch mathematischer:

Die Pareto-Verteilung beschreibt das statistische Phänomen, wenn eine kleine Anzahl von hohen Werten einer Wertemenge mehr zu deren Gesamtwert beiträgt als die hohe Anzahl der kleinen Werte dieser Menge.

Nach diesem Prinzip beurteilt, musst du noch eine wichtige Anpassungsleistung für deine Arbeit leisten. Nämlich: Wann ist meine Arbeit gut genug? Beim Putzen zum Beispiel komme ich in den meisten Fällen mit den 20% Leistung und 80% Ergebnis gut hin. Außer im Bad. Und in der Küche. Da investiere ich noch ein paar Prozentpünktchen mehr, bis ich das Gefühl habe, jetzt ist es genug.

Steht dir dein Perfektionismus im Weg?

Wie so oft im Leben müssen wir uns entscheiden. Wir müssen abwägen und unsere eigenen Maßstäbe anlegen. Nur so finden wir unser eigenes Bezugssystem, in dem wir uns wohlfühlen und gut agieren können.

Dazu kann es hilfreich sein sich besser zu kennen. In meiner kleinen Anleitung zu den Antreibern, die du dir kostenlos runterladen kannst, erfährst du, ob Perfektionismus überhaupt etwas ist, was dir im Weg steht. Vielleicht ist es aber auch einfach so, dass der Anteil an Perfektionismus in dir gerade richtig ist. Also einfach so ausgeprägt, dass du ein gutes Qualitätsbewusstsein hast, dass es aber nicht so ist, dass du alles bis ins letzte Verfolgen musst. Lade dir deinen Test hier runter und finde heraus, was dich an und umtreibt!

Der perfekte Tag

Malen wir uns jetzt einen perfekten Tag aus. Ich bin mir ziemlich sicher, dass für die meisten ein perfekter Tag viel mit Leichtigkeit, Reibungslosigkeit und Freude zutun hat. Perfekt ist da besser als gut. Es fehlt einfach an nichts. Für den Moment. Wir sehen uns am Strand, auf einer Blumenwiese, beim Shopping,beim Lieblingssport und immer umringt von den besten Menschen. Also den Menschen, die wir dabei haben wollen. Cut!

Wir bleiben in der Metaperspektive und schauen nochmal ganz genau hin. Das ist doch etwas Müll am Strand angeschwemmt worden! Eine Blume ist abgeknickt! Und da, ein kleines Loch in der Sporthose!  Hast du das vorher bemerkt? Ist es wichtig? Ist es wahrscheinlich nicht. Solange dein Lieblingssport nicht in Säure tauchen ist und das Loch in deinem Schutzanzug ist, wird dir das alles nichts ausmachen. Denn der Rest ist gut und schön und wahr.

Finde dein Genug, nicht dein Perfekt

Nach Perfektion zu streben, also perfektionistisch zu sein, hat etwas sicheres. Erfülle ich alle Anforderungen, kann auch keiner mehr meckern. Wirklich nicht? Keiner? Nach meiner Erfahrung gibt es immer was zu meckern. Deswegen versuche doch einfach, es der Person Recht zu machen, die du am längsten in deinem Leben ertragen musst: Dir selbst. Und klar, in Angestelltenverhältnissen macht es auch Sinn mit dem Chef einen gemeinsamen Nenner zu finden, wann etwas gut genug ist.

Dieses “Gut genug” zu entdecken und für sich selbst daran festzuhalten, ist anspruchsvoll. Es verlangt von uns, selbst Maßstäbe zu definieren, manchmal vielleicht auszuhandeln mit anderen. Das ist schwieriger als Maßstäben zu folgen, aber es ist am Ende nachhaltiger und zufriedenstellender als anderen zu folgen.

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