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Die Wahrheit über Selbstcoaching

Die gute Nachricht: Selbstcoaching funktioniert. Das Aber: Die Wirkung ist begrenzt.

Es gibt unzählige Angebote zum Thema Selbstcoaching. Viele von ihnen nutze ich selbst sehr regelmäßig und lasse mich davon inspirieren. Fast täglich liefern mir die Autoren neue Denkanstöße. Und dafür bin ich dankbar. Auch ich tue mit meinem Blog nichts anderes.

Zwar fokussiere ich mich nicht auf Selbstcoaching, sondern beschränke mich auf Denkanstöße, aber alles in allem ist es vergleichbar. Dadurch ist schon klar, dass ich es nicht ganz blöd finden kann. Aber natürlich muss man auch aufpassen, dass man sich nicht in den Denkanstößen verliert und irgendwann auch mal ins Handeln kommt. Und hierin liegen aus meiner Sicht zwei der größten Probleme des Selbstcoachings.

Selbstcoaching-Problem 1: Unendlich viele Angebote und Arbeitsfelder

Es gibt wirklich viele Anbieter. Auch ich mache hier ja was ganz ähnliches. Das geht hin bis zu monatelangen Kursen, die sicherlich vollgepackt sind von wirksamen Übungen und machbaren Meilensteinen auf dem Weg zur persönlichen Veränderung. Fängt man erstmal an, in diese Welt abzutauchen, tun sich fantastische Möglichkeiten auf, sich selbst zu optimieren. Ich bin ein großer Fan davon, sich immer besser zu machen, vielleicht bin ich deswegen auch so anfällig für die schier unendlichen Themen der Selbstoptimierung.

Aber – und nun kommt ein Teil, der mich selbst noch oft genug deprimiert – lesen und denken ändert noch nichts. Die Übungen sind dann ein nächster Schritt. Ein sehr wichtiger. Aber wie oft, verfolgt man diese konsequent? Schon an anderer Stelle habe ich Daniel Kahnemann, Psychologe und Autor von „Thinking, Fast and Slow“, erwähnt, der behauptet, die Faulheit sei tiefstens in uns verankert. Ich glaube ihm! Und um diesen tiefen Anker zu lösen, brauche ich oft Hilfe von außen. Den Job können manchmal Freunde erledigen. Oder wenn es gut gemacht ist, vielleicht auch ein Onlinekurs. Aber am wirksamsten stellten sich dabei professionelle Coaches heraus.

Ein anderer Mensch, dessen Aufgabe es ist, meine eigenen Ressourcen für mich selbst sichtbar und nutzbar zu machen. Der dann noch zusätzlich dabei hilft zu priorisieren und schließlich zu fokussieren. Selbstcoaching-Programme geben hier eine Hilfestellung und können sehr wahrscheinlich auch weit kommen. Jedoch kann ein Buch, ein Onlinekurs, eine App nicht merken, wo ich gerade hänge, was mir im Wege steht. Ein guter Coach kann das. Er erkennt den Widerstand und versucht ihn geschickt sichtbar zu machen, damit ich selbst damit weiterarbeiten kann.

Selbstcoaching-Problem 2: Handeln und Fokus

Die angesprochene tief verwurzelte Faulheit, hält uns oft davon ab, Dinge zu verändern. Wer von euch hat nicht schon mal versucht, mehr Sport zu treiben, abzunehmen oder sich einfach gesünder zu ernähren? Und? Wie lange habt ihr es versucht? Habt ihr es am Ende geschafft? Ich wage mal einen Tipp in Blaue: Vieles davon, was ihr schaffen wolltet, wollt ihr noch immer schaffen. Und ich verrate Euch kein Geheimnis, wenn sage: ich auch.

Tatsächlich habe ich die tiefgreifendsten Veränderungen in meinem Leben mit Hilfe geschafft. Hilfe von Coaches, Trainern oder Therapeuten. Das heißt nicht, dass ich nicht auch aus Ratgebern großen Nutzen gezogen habe. Im Gegenteil. Oft ist das der Auslöser, der Anstoß mit dem Billardstock. Dann sind die Kugeln verstreut und müssen nach und nach versenkt werden. Hierzu muss ich oft den Winkel ändern, meinem Blick auf den Tisch eine neue Perspektive geben. Viele der Kugeln versenke ich dann auch noch allein. Aber für den Kunststoß, die spielentscheidende Kugel hole ich mir gerne Hilfe, bereite ihn perfekt vor und versenke die Kugel dann mit großer Zuversicht. Der Coach versenkt die Kugel nicht für mich. Er führt nicht mal meine Hand. Nein, er versetzt mich „nur“ in die Lage, meine eigenen Ressourcen und Ziele deutlich zu erkennen und sie zu verfolgen.

Praktikabel und sinnvoll für Veränderungswillige ist sicher eine Kombination aus beidem. Oder was meint Ihr? Braucht ihr einen professionellen Coach/Trainer/Therapeuten? Habt ihr euch schon mal erfolgreich selbstgecoacht?

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